Bunker 224 – Der Tag des offenen Denkmals

10.09.2017, von Erik Kunkel, Aschaffenburg-Nilkheim

Bild: Bunker 224 – Der Tag des offenen Denkmals

Foto: Michael Mewes

Am Sonntag fand der diesjährige Tag des offenen Denkmals statt. An diesem Tag werden Sehenswürdigkeiten und Denkmäler in der ganzen Republik geöffnet und meist gibt es auch noch ein Rahmenprogramm um die jeweiligen Denkmäler.

Als vor einigen Jahren das RK Obernburg Mitglied OG d. R. Jürgen Zahn den Bunker 224 als denkmalgeschütztes Objekt erwarb hat er sich sicher noch nicht vorstellen können, dass er Jahre später, nämlich 2017 einen Eckpfeiler des Tages des offenen Denkmals im Raum Aschaffenburg beisteuern würde.

Die Vorbereitungen zum Tag des offenen Denkmals starteten schon einige Wochen im Voraus. Vieles musste organisiert werden, Helfer wurden gesucht. Freunde und Bekannte mit weiteren Exponaten (i.d.R. militärhistorische Fahrzeuge) wurden angefragt um an diesem Tag ein schönes Rahmenprogramm bieten zu können. Tatkräftig unterstützt hat natürlich auch unsere RK Obernburg. So leisteten die Kameraden und Kameradinnen auch ihren Beitrag zum Gelingen dieses schönen Tages und auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt.

Durch diese große Organisation und die vielen Gespräche im Vorfeld wurde dann sogar der bayerische Rundfunk auf den Bunker 224 aufmerksam und berichtete in der Rundschau darüber. Für alle interessierte ist hier noch einmal der Link (dieser springt direkt auf Minute 9:00; dort ist der Bericht über den Bunker 224):

Bericht über den Bunker 224

Hintergrundinformationen

In den 1930iger Jahren wurde die sogenannte Little Siegfried Linie, die Wetterau-Main-Tauber-Stellung mit 1.000 Anlagen geplant. Davon wurden letztlich 333 Bunker in die Tat umgesetzt. Daraus entstand eine Verteidigungslinie von Gelnhausen bis nach Klingenberg, die den Main als natürliche Grenzlinie nutzte. Damit sollte die Besetzung der restlichen deutschen Gebiete durch Frankreich verhindert werden. Nach 1945 wurden die meisten Bunker von den Amerikanern gesprengt. Nicht so Bunker 224. Der Bunker hat noch eine weitere Besonderheit die er der deutschen Bundesbahn zu verdanken hat. Aufgrund der Nutzung als Verladerampe hatte die Bahn seinerzeit den Bunker verschweißt. Dadurch konnten alle Panzerteile im Original erhalten werden, da Plünderungen durch das Verschweißen faktisch ausgeschlossen waren. Der Bunker selbst ist als MG-Schartenstand für eine 5 Mann Besatzung ausgebaut. Ziel des Bunkers war der Schutz Aschaffenburgs vor Feinden, die über die Eisenbahnbrücke aus Großostheim kommend nach Schweinheim vorrücken sollten. Der Bunker blieb dann bis 2002 im Besitz der Bahn, die diesen dann an privaten Hände verkaufte. Unter dem Einsatz von mehr als 1.300 Arbeitsstunden konnte der Bunker nahezu in den Originalzustand von 1936 versetzt werden. Da im 2. Weltkrieg dieser Bunker nicht wieder bewaffnet wurde, diente er den Aschaffenburgern als Luftschutzraum. Dort fanden – Augenzeugenberichten zufolge – bis zu 30 Personen Schutz auf 9(!) qm.